Die Norrona Lyngen Stretch Jacke ist, um das vorneweg zu nehmen, für mich das Produkthighlight des aktuellen Winters. Bei der Trailscoutausbildung im Vinschgau Mitte November konnte ich die Jacke vier Tage am Stück bei wechselnden Wetter- und Temperaturverhältnissen testen.

Optik
Das Grün der Jacke harmoniert super mit den gelb abgesetzten Reißverschlüssen. Die windabweisenden Anteile der Jacke sind in einem dunkleren Grünton als der Rest und so ergibt sich, meiner Meinung nach, ein sehr gelungenes Bild. Die Optik ist desweiteren sehr hochwertig, vor allem durch die sehr ansprechenden Zipper und die gut gearbeitete Bundweitenregulierung. Alles weitere ist wie immer eine individuelle Geschmacksfrage.
Passform
Wie die meisten Norrona Produkte fallen die Größen der Lyngen Stretch Jacke etwas größer aus, doch ist sie, in der passenden Größe, eher körperbetont. Der Schnitt ist natürlich nicht auf die spezifische Radposition angepasst, doch durch die körperbetonte Passform finde ich sie ausreichend eng. Selbstverständlich ist die Jacke aber vor allem für Mountainbiker und weniger für Rennradfahrer interessant. Im Rückenbereich ist sie etwas tiefer geschnitten, so dass man auch bei gestreckterer Sitzposition noch keinen kalten Rücken bekommt. Die Kapuze ist, wie oben bereits beschrieben, sehr enganliegend und passt so unter den Helm.
Funktion
Norrona vereint in der Lyngen Stretch Jacke mehrere Funktionen. Einerseits fungiert sie als Fleece, also als Isolationsschicht, welche den Körper warm halten soll. Darüber hinaus sind die dunkelgrünen Stellen der Jacke, also der Armbereich, Front- und obere Rückenteil, stark windabweisend. Diese windabweisende Funktion schützt den Körper vor dem Auskühlen bei niedrigen Tenperaturen und vor dem kalten Wind der kühlen Jahreszeit. Gleichzeitig ist das Fleece aber auch extrem atmungsaktiv, so dass der Schweiss sehr gut von der Haut abtransportiert wird und auch nicht am windabweisenden Material kondensiert.
Ausgelegt ist die Jacke für sehr schweisstreibende Winteraktivitäten wie Tourengehen und Langlaufen. Im Vinschgau hat sie nun gezeigt, dass sie ebenso gut zum Radfahren geeignet ist. Wir starteten unsere Touren auf der sehr kühlen Schattenseite, weswegen ich zu Beginn der Touren die Jacke immer an hatte. Besonders beeindruckt hat mich der Mix aus wärmender Funktion, windabweisender Front und extrem hoher Atmungsaktivität. Der gesamte Hüft und Nierenbereich ist mit einem sehr warmen Kachelfleece ausgestattet, um diesen empfindlichen Bereich gut zu schützen. Bei Temperaturen um die 0 °C reichte mir mein X-Bionic Accumulator Unterhemd unter der Lyngen Jacke aus.
Die gesamten Tage ging im Vinschgau ein sehr unangenehmer, kühler Wind durch das Tal, dazu kam am ersten Tag auch noch Regen. Die windabweisenden Eigenschaften des Materials reichten dabei aus, um den Windchill Effekt zu vermeiden und den Wind nicht auf der Haut zu spüren. Darüber hinaus hielt die Jacke sogar dem leichten Regen des ersten Tages stand, dieser perlte am Material einfach ab. Natürlich ist die Jacke darauf nicht ausgelegt, doch einem kurzen, leichten Winterregen kann sie sehr effektiv widerstehen.
Ein sehr nettes Detail ist die Kapuze, diese ist enganliegend, und kann deshalb auch unter dem Helm, als Mützenersatz getragen werden. Der Vorteil ist dabei der nahtlose Übergang im hinteren Halsbereich, da dieser dem Wind nun keine Angriffsfläche mehr bietet.
Nach dem Mittag erreichten wir meist die Sonnenseite des Tals und die Jacke wurde im Rucksack verstaut. Dabei fiel die Jacke, positiverweise, kaum auf. Ihr Packmaß ist, für eine Winterjacke, sehr kompakt und auch das Gewicht ist, wie bei Fleece üblich, eher niedrig.
Abends mussten wir, um zu unserer Unterkunft zu gelangen, den Hang auf der Schattenseite wieder hinauf. Sobald die Sonne weg war, wurde es unangenehm kühl und die Jacke kam wieder zum Einsatz. Erstaunlich war, dass ich auch bei Steigungen um die 15 % nicht das Gefühl bekam, dass die Jacke überfordert wäre mit dem Schweisstransport. Oben angekommen waren weder Körper noch Jacke nass.
Einsatzgebiet
Die Jacke ist nicht spezifisch auf den Radsport ausgelegt. Eigentlich stammt sie eher aus dem Langlauf und Tourenskibereich. Da dies aber alles sehr schweisstreibende Winteraktivitäten sind, überschneiden sich die Bedürfnisse dieser Gruppen stark. Gerade das breite Einsatzspektrum der Jacke finde ich reizvoll. Für den Winter habe ich nun also eine Jacke, welche ich zum Radfahren, Langlaufen, Tourengehen und Joggen anziehen kann. Bei stärkerem Schneetreiben muss sie einfach nur durch eine Gore-Tex Jacke unterstützt werden.
Fazit
Die Norrona Lyngen Stretch Jacke ist für mich die ideale Winterjacke. Sie kommt Leuten entgegen die im Winter mehr als nur eine Sportart betreiben und sich nicht für jede eine eigene Ausrüstung zu legen möchten. Darüber hinaus arbeitet Norrona hier mit einem sehr innovativen Ansatz. Die Jacke wurde nicht mit einer winddichten Membran ausgestattet, sondern hat ein Außenmaterial bekommen welches stark windabweisend ist, einen gewissen Teil aber zu Belüftungszwecken durchlässt. Diesen Anteil spürt man allerdings nicht durch kühlen Wind auf der Haut, sondern durch eine deutlich gestiegene Atmunsgaktivität.
- windabweisend
- hervorragende Isolationseigenschaften
- sehr leicht
- extrem atmungsaktiv
- breites Einsatzspektrum
- hochwertige Verarbeitung
Schlagworte: Bekleidung, Norrona, Winter





















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