28. Juli 2009
Tag 9 Elgin/Grabouw – Lourensford (68km – 1760HM)
Aufgrund der kurzen letzten Etappe ist der Start von 7 Uhr auf 8:30 Uhr verlegt worden. Die Vorfreude aufs Finishen ist deutlich spürbar. Gegenseitige Respektsbekundungen sind überall zu hören. Am Start versuchen wir etwas neben der Strecke Plätze gut zu machen. Ein fataler Fehler. Nach 2 km hat Michael vorne und hinten Platten. Wir entfernen ca.10 Stück der sehr hartnäckigen Dornen. Das gesamte Feld zieht wieder an uns vorüber – wir sind abermals Schlusslicht. Der Besenwagen wartet bis wir fertig sind. Wir fahren weiter und versuchen das Feld einzuholen. Nach 5 km hat Michael wieder einen Platten und uns gehen die Schläuche aus. Wir bekommen von einem anderen Team noch 2 weitere Schläuche. Michaels Reifen halten genau weiter 10 km und schon wieder ist der Reifen platt. Wir untersuchen den Mantel auf restliche Dornen und werden fündig. An einer Laufpassage trage ich Michaels Bike, während er parallel den Schlauch wechselt. Dieses Prozedere wiederholt sich und wir fallen immer wieder ans Ende des Feldes zurück. Nur mit Galgenhumor ertragen wir die Situation. (weiterlesen…)

27. Juli 2009
Tag 8 Hermanus – Elgin/Grabouw (91km – 1985HM)
Die vorletzte Etappe. Das Gefühl, das Schlimmste ist hinter mir, nährt die Hoffnung das Rennen zu finishen. Zumal die Eckdaten eine leichte Etappe versprechen. Nach ca. 5 km kommt der erste Anstieg und ein technisches Problem. Bei den kleinen Gängen springt die Kette. Wir müssen anhalten und das gesamte Feld zieht vorbei. Die großen Ritzel hinten sind total verzogen und kurzzeitig denke ich das Rennen ist gelaufen. Da ich aber die größeren Gänge fahren kann, machen wir weiter. Schnell holen wir wieder auf und überholen Team um Team. Wir kommen gut voran, auch wenn die Anstiege sandig und anstrengend sind. Ich rede mir immer wieder ein: I am strong like a Horse. Gefühlte hundert Male. Am Servicepoint der zweiten Station, lassen wir die hintere Kassette und Kette auswechseln. Und stürzen uns in einen flowigen Singletrail. Wir machen Position für Position gut. Die Anstiege drücken wir durch und Michael wundert sich über meinen Leistungsschub. Wir passieren Teams, die wir die Tage vorher nie gesehen haben und erreichen nach nur 6,5 Stunden das Ziel. Im Gesamtklassement hat uns der Tag einige Positionen nach vorne gespült. Das ist für uns aber nur Nebensache. (weiterlesen…)

26. Juli 2009
Tag 7 Bredasdorp – Hermanus (130km – 2095HM)
Die Nacht war leider kurz, weil mich Durchfall überkommen hat. Und meine Beine fühlen sich schwer an. Alles zusammen führt zu erheblichen Motivationsproblemen. Ich begebe mich nicht gerade gut gelaunt zum Start. Der erste Abschnitt ist jedoch gut fahrbar. Und das Bild der aufgehenden Sonne mit dem Staub der unendlichen Bikerkette ist einfach sensationell. Die ersten Anstiege sind nicht besonders steil – im Gegensatz zum Dritten. Ich muss wieder bei extremer Hitze laufen. Aber okay, es ist der letzte größere Anstieg für diesen Tag. Nach einer anspruchsvollen, aber gut befahrbaren Abfahrt erreichen wir schnell die letzte Station. Noch 45 km. Auf dem Höhenprofil sieht es einfach aus. Aber schon die ersten Kilometer belehren mich. Der Untergrund ist abermals sehr sandig und es geht wieder in die Dünen. Mental bin ich an meiner Grenze. Es kommt Düne um Düne und es will nicht enden. Einen Teil können wir fahren, dann muss wieder geschoben werden. Ein ständiges Auf und Ab. Es ist zermürbend. Doch der Gedanke an das Finisher-Shirt bringt mich bis zur Bucht von Hermanus. Das Ziel vor Augen überqueren wir den Strand und erreichen, wieder am Limit, das Ziel in 9 Stunden. (weiterlesen…)

25. Juli 2009
Tag 6 Swellendam – Bredasdorp (146km – 1819HM)
Mit 146 km steht heute die längste Etappe auf dem Programm. Die ersten 40 km laufen super. Heute genieße ich zum ersten Mal bewusst die Landschaft und bin weniger mit mir selbst beschäftigt. Nach der ersten Wasserstation geht es in Richtung De Hoop-Nationalpark. Die Strecke wurde am Vorabend schon als besonders hart angekündigt: 20 km verlaufen nur in tiefen Sand. Ich fühle mich wie im Sandkasten und meine 90 kg machen es mir nicht leichter. Jeder versucht einen Weg zu finden, wo der Sand nicht so tief ist, weil hier mit Speed gefahren werden muss, damit das Bike nicht stecken bleibt. Als wir wieder auf festen Untergrund kommen, jubeln einige Biker ihre Freude lauthals heraus. Den Anstieg vor der 2. Station meistern wir erstaunlich gut. Lediglich unser Wasservorrat ist zu Ende und wir kommen sehr durstig an. Der Abschnitt zu letzten Station ist landschaftlich sehr schön und es stehen immer wieder Kinder an der Strasse, die uns anfeuern und abgeklatscht werden wollen. Wir liegen super in der Zeit. In den Slums vor Bredasdorp säumen Hunderte die Strasse und feiern uns frenetisch. Ein unbeschreibliches Gefühl. Wir werden wie Helden gefeiert. Jeden, den ich erreiche, klatsche ich ab. Die Freude dieser Fans ist eine riesige Motivation. Beim Durchfahren der Ziellinie sind alle Anstrengungen vom Tag vergessen. Ich bin immer noch berauscht von den Gefühlen, die ich durch diese Menschen erlebt habe. Ein geiler Tag. (weiterlesen…)

24. Juli 2009
Tag 5 Riversdale – Swellendam (121km – 2620HM)
Die Etappe geht entspannt los. Lediglich ein längerer Anstieg zur ersten Station. Doch schon zur Mittagszeit sind es über 40 Grad. Meine Beine fühlen sich nicht toll an, obwohl ich wieder bei meinem Wundermasseur war. Er gibt mir auch den Leitsatz mit: „You are strong like a horse“. Ich fühle mich geschmeichelt. Heute kommen wir zum ersten Mal in den Genuss eines Singletrails. Das wechselhafte Gelände kostet aber wieder Körner.
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23. Juli 2009
Tag 4 Calitzdorp – Riversdale (133km – 2340HM)
Heute wieder so ein Hammer. Über 130 km und das nach meinem gestrigen Tag. Anfangs geht’s mir noch gut. Liegt wohl an meiner gestrigen 45minütigen Massage. Die ersten beiden Wasserstationen passieren wir ohne Probleme. Die Passage bis zur 3. Wasserstation führt durch „Little Karoo“, eine wüstenähnliche Gegend mit kräfteraubendem Gelände. Ich spüre, wie mich schon wieder meine Kräfte verlassen.
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22. Juli 2009
Tag 3 George – Calitzdorp (137km -2518HM)
Um 5 Uhr schreit die Sirene über das Lager. Heute wartet ebenfalls eine harte Etappe auf uns, aber diesmal haben wir zumindest genügend zum Essen dabei. 7 Uhr: Startschuss. Bis zur 2. Wasserstelle sind wir zügig unterwegs. Dort kommt es leider zu größeren Reparaturen von fast einer Stunde. Wir müssen wir uns sputen, um die 3. Wasserstelle bis 15 Uhr zu erreichen. Um 14:30 Uhr sind wir da. Es folgt ein zweistündiger Anstieg, der nur per Fuß zu erklimmen ist. Und es wird heftig: Bei gleißender Hitze von 40 Grad schieben wir gefühlte 30% Steigung nach oben.
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21. Juli 2009
Tag 2 Knysna – George (123km – 3091HM)
Der Wecker klingelt, es ist 5 Uhr morgens. 2 Stunden Zeit, um Organisatorisches zu erledigen, bevor es in den Startblock geht. Es ist noch dunkel und die allgemeine Aufregung deutlich zu spüren. 1.200 Teilnehmer aus über 40 Ländern stehen nun in einer nicht endenden Schlange und das Geräusch von einklickenden Klickpedalen untermalt die Spannung. Der Starter zählt die letzten Sekunden runter und die Meute setzt sich in Bewegung. Wir werden von zahlreichen Zuschauern frenetisch angefeuert und aus den Lautsprechern hallt „Highway to hell“. Ein geiles Gefühl, dieser Start.
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20. Juli 2009
Cape Epic 2008 28. 3. – 5. 4. 2008 (9 Tage, 966km, 18529 HM)
Frankfurt-Kapstadt: Unsere Anreise mit der South African verläuft problemlos. Und schon hier treffen Michael – mein bewährter Partner bei Etappenrennen – und ich auf Cape Epic-Gleichgesinnte: unseren Flugkapitän und einen alten Bekannten von der Trans Alp. Die 5 Tage vor dem Rennen verbringen wir in Kapstadt und in Wilderness. Mit lockerem Training, Race Briefing und dem Prolog am Freitag. Hier wird der Startblock für die erste richtige Etappe ausgefahren. Unsere Startzeit ist 12:43 Uhr, d. h. noch ein letztes Mal Ausschlafen.
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4. Juni 2009
Im Frühjahr 2008 waren Heiko und Michael in Südafrika um am Cape Epic, einem der härtesten Etappenrennen der Welt teilzunehmen. Immer dabei war Heikos Handkamera mit der er einige sehr schöne Momente fest halten konnte. Zusätzlich zu seinem Tagebuch zeigen wir euch hier das Cape Epic mit seinen Augen.
http://www.vimeo.com/1237066
